Jahresrückblick 2020

Vergangene Jahresrückblicke stellten häufig fest, dass die Jahre in Erinnerung bleiben sollten. 2020 hat hier neue Maßstäbe gesetzt. Die Corona-Pandemie brachte Schicksale, Erkenntnisse, Lockdowns und so vieles mehr mit sich, was wohl die Vorstellungkraft eines Jeden übertraf.
Für die Feuerwehr war das Jahr rar an außerdienstlichen Veranstaltungen, sportlicher und gesellschaftlicher Art. Dennoch sollen die vergangenen 12 Monate resümiert werden.


1. Einsätze:

Zu 63 Einsätzen rückte die Feuerwehr Grabow im abgelaufenen Jahr aus. Dabei überwogen die 35 Hilfeleistungen leicht die 28 Brandeinsätze.

Ein gutes Drittel der Hilfeleistungen waren Einsätze für den Rettungsdienst. Hierbei lauteten die Stichworte "Tür öffnen", "Unterstützung Rettungsdienst" oder "Person in Not". Im Zuge einer Türnotöffnung konnte einer Person nicht mehr geholfen werden.

Auch immer gemeinsam mit dem Rettungsdienst rückte die Feuerwehr zu fünf Verkehrsunfällen, drei davon auf der Autobahn 14, aus. Bei einem Unfall verstarb eine Person an den Verletzungen in seinem Fahrzeug.

Ölspuren sind nicht selten für Einsatzkräfte der Feuerwehr. Drei von fünf Öleinsätzen wurden in diesem Jahr allerdings auf der Elde abgearbeitet. Hinzu kamen Einsätze zur Beseitigung von Sturmschäden, Tierrettungen und Amtshilfen bspw. für Polizei und Veterinäramt. 

In den vergangenen Jahren ergaben sich viele Einsätze aus Unwetterlagen. Zu derartigen Ereignissen kam es 2020 nicht. 


Bei den Brandeinsätzen überwogen brennende Objekte, wie Container oder Unrat, gefolgt von Fahrzeugen. Die verbliebene Hälfte der Einsätze bildeten Brandmeldereinläufe bzw. ausgelöste Rauchmelder sowie Gebäude- und Flächenbrände. Die Zahl von Fehleinsätzen durch Brandmeldeanlagen, ist wie die der Wald- und Vegetationsbrände im vergangenen Jahr, gering geblieben. 

Im Rahmen des Gefahrgutzuges rückten die Grabower Kameraden drei Mal aus. Die umfangreichsten Einsätze waren der Brand eines Recyclinghofes in Ludwigslust und ein Gebäudebrand in Zierzow. 
Natürlich wurde die Hygiene auch bei der Feuerwehr an die Corona-Bedingungen angepasst. Schließlich wussten die Kameraden nie welche Gefahren auf sie warteten und so galt es auch bestätigten Coronafällen Hilfe zukommen zu lassen. 


2. Aus- und Fortbildung:

Die Dienste und somit die Ausbildungen in der Wehr mussten in beiden Lockdowns ebenso auf ein Minimum reduziert werden. Folglich wurden nur notwendige technische Dienst einzeln oder zu zweit durchgeführt. Nach den Lockerungen im Sommer begann der Dienstbetrieb zunächst in 10er Gruppen an verschiedenen Terminen. Später wurde die Gruppenausbildung an gemeinsamen Terminen fortgesetzt. Bis schließlich der Dienstbetrieb wieder gemäß den Empfehlungen auf das Notwendige heruntergefahren wurde.

Auch die Ausbildungseinrichtungen mussten Konzepte erarbeiten, um wieder Unterrichtsbetrieb durchführen zu können. Daher ist die Zahl der absolvierten Lehrgänge äußerst überschaubar. Ein Kamerad konnte das Erste Hilfe-Modul Feuerwehr sowie den ersten Teil der Grundausbildung abschließen. Ein weiterer am Gruppenführerlehrgang an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz erfolgreich teilnehmen. Mit fünf Fortbildungen zum Thema Atemschutz stieg die Zahl der tauglichen Atemschutzgeräteträger wieder an. 


3. Jugend- und Kinderfeuerwehr:

Die Kinder- und Jugendarbeit der Feuerwehr hatte es, wie die Sport- und Freizeitvereine 2020, schwer. Das Jahr begann wie üblich mit dem Sportfest der Kinderfeuerwehren und Diensten im Gerätehaus und in der Sporthalle. Dies stoppte abrupt im Frühjahr. Leider führten die Einschränkungen und Auflagen zum Erhalt der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dazu, dass die Tätigkeiten der Kinder- und Jugendfeuerwehr komplett eingestellt werden mussten. 

Es bleibt zu hoffen, dass alle Kinder und Jugendlichen nach dem Ende der Einschränkungen wieder den Weg ins Gerätehaus finden. So ist der Nachwuchs doch der Schlüssel für eine zukünftig schlagkräftige und einsatzbereite Freiwillige Feuerwehr.


4. Social Media, Digitale Einsatzunterstützung und Ausrüstung

Die Reichweiten unserer Kanäle wurden allesamt im Vergleich zum Vorjahr gesteigert:


Facebook: 1.495 "Gefällt mir"-Angaben (+147)

Instagram: 458 Abonnenten (+220)

Twitter: 91 Follower (+36)


Verhältnismäßig große Veränderungen erfolgten bei der digitalen Einsatzunterstützung. Durch Beschaffungen der Stadt, Spenden und Gewinne verfügt die Feuer inzwischen über einen festen PC, einen Alarmmonitor und zwei Tablets. Dies sorgt für multimediale Unterstützung in Ausbildung, Übung und Einsätzen. So stehen Karten, Einsatz- und Hydrantenpläne, Rettungsblätter u.v.m. am Standort und unterwegs zur Verfügung.

Als Folgerung aus den Einsätzen 2019 wurde schwerpunktmäßig die Ausrüstung für Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung erweitert. Neben einem Waldbrand-Korb wurden mehrfach sogenannte Waldbrand-Tools beschafft. Einige Kameraden statteten sich zusätzlich mit Schutzmasken und leichteren Helmen aus.


5. Ausgefallen, aufgrund der Pandemie:

Da nahezu alle Bereiche des Lebens durch COVID-19 betroffen sind und waren, hier nur eine kurze Auswahl, des 2020 Gestrichenem oder Verschobenem:


  • Ausbildung: Gemeinde-, Amts-, Städtedreieck- und Gefahrgutzugausbildung
  • Wettkampf: Amtsfeuerwehrtag, Kreisfeuerwehrverbandstag, Deutsche Meisterschaften
  • Veranstaltungen: Osterfeuer, Familientag, Martini-Markt, Stiftungsfest, INTERSCHUTZ

Es kann 2021 also fast nur besser werden, auch wenn es auch für dieses Jahr erneute Verschiebungen gibt.


6. Ausblick und Danksagung:

Die Erwartungen an die kommenden 12 Monate sind hoch. Realistisch ist so etwas wie Normalität allerdings wohl erst ab der zweiten Jahreshälfte zu erwarten. 

Die Deutschen Meisterschaften sind geplant vom 28. Juli bis 1. August. Derzeit wird von der Durchführbarkeit ausgegangen. Ebenso steht es um das 100-jährige Jubiläum der Feuerwehr Grabow. Hierzu ist eine mehrtägige Festveranstaltung um den 21. August geplant. Ob die genannten ausgefallenen Veranstaltungen 2021 allesamt stattfinden, bleibt abzuwarten.


Der Dank geht auch in diesem Jahr an die Kameraden und Angehörigen. Auch als Allen geraten wurde zuhause zu bleiben, rückten die Feuerwehrleute aus. Immer wieder mussten Kameraden sich in Quarantäne begeben. Glücklicherweise blieb die Wehr von positiven Fällen jedoch verschont. Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft unter Hygieneauflagen erforderte hohes Engagement. Die Ergebnisse sind aller Ehren wert. Im Gerätehaus wurde vieles in Eigenleistung erledigt.

Bleibt zu Wünschen, dass bis zum Ende der Pandemie alle gesund bleiben und heil von Einsätzen heimkehren.

 


 

 

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